
Schweizer
Fussball
Paul Landry: Pionier und Titeljäger aus Yverdon
14. JUNI 2026
Paul Landry gehört um die Jahrhundertwende zu den ersten prominenten Fussballern aus Yverdon. Mit dem FC Winterthur gewinnt der spätere Architekt im Jahr 1900 die Serie-B-Meisterschaft und dominiert danach mit seinem Heimatklub FC Yverdon die Ligue romande.
Paul Landry kommt am 30. November 1879 in Yverdon als Sohn des Bauunternehmers Emile Landry und der Louise, geb. Miéville zur Welt. Der Vater verstirbt, als Paul 18 Jahre alt ist. Da spielt Paul bereits für den FC Yverdon. Ein Jahr später, im Sommer 1899, zieht er nach Winterthur, wo er am Technikum die Baumeisterschule besucht und sich dem aufstrebenden FC Winterthur anschliesst.
Wie Landry sind viele Mitglieder des 1896 gegründeten FC Winterthur Studenten am Technikum, die aus der ganzen Welt stammen. Mit Winterthur gewinnt der als rechter Flügelstürmer agierende Landry in der Saison 1899/1900 den Schweizer Meistertitel der Serie B. Beim 4:0 im Finalspiel gegen die Reserven des FC Neuchâtel trägt er zwei Toren entscheidend zum Sieg bei.
PAUL LANDRY
SUI
geb. 30. November 1879 in Yverdon VD
gest. 20. Februar 1915 in Yverdon VD
Position: Rechter Flügelstürmer
Palmarés: Schweizer Meister der Serie B 1900 mit Winterthur; Meister der Ligue romande 1901 und 1902/03 mit Yverdon


Im Sommer 1900 erhält Landry am Technikum sein Diplom und kehrt nach Yverdon zurück, wo er sich erneut seinem Stammklub FC Yverdon anschliesst.
Der 1892 gegründete FC Yverdon ist eine der sogenannten «Institutsmannschaften» der Westschweiz – es sind Fussball-Mannschaften, die einem Internat angehören. Das Team von Yverdon wird vom umtriebigen Internatsleiter und Klub-Präsidenten Ami Simond geführt. Die besten dieser Institutsmannschaften, darunter La Villa, La Châtelaine und Yverdon, haben sich 1899 zur Ligue romande zusammengeschlossen.
Mit Yverdon dominiert Landry in den Jahren 1901 bis 1903 diese Westschweizer Liga. In der Mannschaft stehen Figuren wie der langjährige englische Centerhalf E.J. Huntington, der spätere Schweizer Internationale und GC-Meisterspieler Louis Artigue und der englische Goalgetter George Atkinson. Yverdon sichert sich 1901 und 1902/03 jeweils die Meisterschaft. Landry hat damit drei Titel in vier Jahren gewonnen.
Teamfoto des FC Winterthur, B-Meister der Saison 1899/00.
Paul Landry sitzt in der vorderen Reihe ganz links.


Im Sommer 1903 fällt die Mannschaft des FC Yverdon auseinander. Präsident Ami Simond muss die Mannschaft vor der neuen Saison aufgrund von Spielermangel gar vom Spielbetrieb zurückziehen. Landry zieht sich daraufhin vom Fussball zurück und konzentriert sich auf seinen Beruf. Der gelernte Architekt ist, wie bereits Vater Emil, in Yverdon als Architekt und Bauunternehmer tätig.
Im Jahr 1913 heiratet er die knapp zehn Jahre jüngere Cécile Piaget (1888-1948). Ein Jahr später kommt Tochter Marie-Louise zur Welt. Nur zwei Monate nach der Geburt der Tochter verstirbt Paul Landry am 20. Februar 1915 nach kurzer Krankheit mit nur 35 Jahren in seiner Heimatstadt Yverdon.
Teamfoto des FC Yverdon 1902/03 mit Paul Landry (hinten ganz rechts),
Präsident Ami Simond (hinten in zivil), Louis Artigue (stehend ganz links)
sowie George Atkinson (sitzend mit Ball).
Autor: Mike Scheiwiller